Frontinus datiert den Beginn der Arbeiten in das Jahr 312 v. Chr. Verantwortlich waren die Zensoren Appius Claudius Crassus und Gaius Plautus, der allerdings nach anderthalb Jahren von dem Amt zurücktrat[1].
Die Leitung begann zwischen dem 7. und 8. Meilenstein an der Via Praenestina, östlich von Rom, und führte in nahezu gerader Richtung in die Stadt[2]. An der Quelle lag sie 50´ (14,8m) unter der Erde[3], wie auch fast die gesamte Leitung unterirdisch geführt war (vgl. Tabelle 1); von insgesamt ca. 17km verliefen lediglich die letzten ca. 90m oberirdisch auf Untermauerung („substructio“) und Bogenkonstruktion („arcuatura“)[4]. Ashby (und danach Aicher) bringt die unterirdische Führung der Leitung damit in Verbindung, daß Rom damals noch feindlichen Angriffen ausgesetzt war[5]. Der Verlauf ist nur noch ungefähr zu bestimmen: Im Bereich des Caelius scheint er parallel zu den späteren Arcus Caelemontani der Aqua Claudia gelegen zu haben und trat dann am Westhang des Hügels zutage; von dort verlief die Leitung auf Bögen innerhalb der Servianischen Stadtmauer, nahe der Porta Capena, zum Aventinus, dort etwa parallel zum späteren Clivus Publicus (ab 240 v. Chr.)[6]. Das einzige Verteilerkastell befand sich am sog. Salzmagazin, nahe der Porta Trigemina[7]. Die niedrige Leitungsführung (am Fuß des Aventin nicht mehr als ca. 20m über Meereshöhe[8]) erschwerte eine Nutzung auf den Hügeln; Evans vermutet, daß die Leitung nur das tiefgelegene Forum Boarium (bes. den Südteil), die Gegend des gerade angelegten Circus Maximus (329 v. Chr.) und den südlichen Teil des Marsfeldes versorgte[9]. Ob bzw. in welchem Umfang die von Frontinus außerdem angegebenen Regionen II (Caelemontium), XII (Piscina Publica) und XIII (Aventinus) schon bei Anlage der Leitung mitversorgt wurden, ist unklar; die Region XIV (Trans Tiberim) wird jedenfalls erst in späterer Zeit (vermutlich unter Agrippa) angeschlossen worden sein[10].
Das Wasser der Aqua Appia galt als ausgezeichnet.
[1] Frontinus 5. „M. Valerio Maximo P. Decio Mure consilibus, anno post initium Samnitici belli tricesimo aqua Appia in urbem inducta est.” Die Angabe, daß Plautius nach anderthalb Jahren zurücktrat und Appius sein Zensorenamt bis zur Vollendung von Via und Aqua Appia in die Länge gezogen habe, macht deutlich, daß das Jahr den Beginn der Arbeiten bezeichnen muß. Vgl. auch Frontinus 6 zum Anio Vetus.
[2] Frontinus 5.
[3] Frontinus 65,7.
[4] Frontinus 5. Smith, S. 132, gibt 17,6km an, Aicher, S. 34, dagegen nur 16 km.
[5] Ashby, 1909, S.248; Aicher, S. 35.
[6] Evans, S. 69, Richter,
S. 316, Aicher, S. 34f.
[7] Zum Verlauf: Evans, S. 65f.
[8] Taylor, S. 27-29. Evans, S. 66, gibt sogar nur 15m an.
[9] Evans, S. 67ff.
[10] Vgl. Taylor,
S.133-137.